Keller




Eingestaubt und von Spinnen als Trampolin benutzt, liegt hier unter anderem das alte, wahnsinnige Märchenbuch begraben. Es erzählt die Geschichte eines Mädchens, das auszog um die Welt zu erobern und mit einem Blog wiederkam:

Es war einmal ein kleines Mädchen, das im letzten chinesischen Jahr des Schafes vorm Eintritt ins 21. Jahrhundert das Licht der Welt erblickte. Von seinen Eltern bekam es einen Namen, den es unter anderem dankenswerterweise mit einem ehemaligen Spice-Girl und dem Asteroiden 1909 HH teilt. Zusammen lebten sie glücklich und zufrieden, bekamen noch einmal Zuwachs, als eine kleine Hexe und Jahre später ein knubbeliger Zwerg einzogen, und wohnten in einem schnuckeligen Dörfchen nahe eines sagenumwobenen Waldes.
Das kleine Mädchen erlebte all die Dinge, die man halt erlebt, wenn man groß wird - es warf Frösche an die Wand, ging in ein rotes Cape gewandet im Wald spazieren, und tauschte Pokémon-Karten gegen Kaugummi. Stets an ihrer Seite war die kleine Hexe, deren magische Fähigkeiten mehr als einmal von großem Nutzen waren. Doch auch das kleine Mädchen war nicht ganz untalentiert und mit den Jahren kristallisierte sich immer mehr heraus, dass es ein bisschen gut mit Menschen und ein bisschen mehr gut sogar noch mit Worten umgehen konnte.

So wurde das mittlerweile gar nicht mehr so kleine Mädchen dazu berufen, an einem fernen Ort diese Fähigkeiten auszubauen. Es zog also aus dem Häuschen seiner Eltern aus, lies die kleine Hexe, den knubbeligen Zwerg und alle anderen Freunde zurück, und nistete sich in der Nähe des Herrschaftshauses des Wissens ein.
Dort lernte es auch, dass mit HTML-Zaubersprüchen ganz tolle Sachen im Internet gemacht werden können, und beschloss, sich ein wenig dieser Kunst zu widmen.

Es hatte viel Spaß an seinen Studien und auch an den anderen Abenteuern, die es in der Ferne erlebte. Trotzdem war es mit dem Herzen immer mit einem Teil bei seinem zu Hause im kleinen Dörfchen am geheimnisvollen Wald. Dank der kleinen Hexe, die ihr bereitwillig einen Platz zum Schlafen gewährt, und der Deutschen Bahn gelingt es dem Mädchen aber zum Glück, zwischen seinen beiden Welten hin und her zu wechseln und so sein seelisches Gleichgewicht zu halten.
Und wenn es nicht gestorben ist, dann lernt und pendelt es noch heute.

Das Ende ist natürlich nicht mehr ganz aktuell. Auch, wenn es nach wie vor hin- und hergerissen ist zwischen Vergangenheit und Gegenwart hat es das kleine Mädchen mittlerweile nicht mehr so leicht mit der Pendelei. Denn das große Monster mit dem Namen Erwerbstätigkeit erschien auf der Bildfläche und dieses gewährt nicht so viele Urlaubstage wie das Herrschaftshaus des Wissens seinerzeit. Doch dank moderner Kommunikationsmittel und diverser Zaubersprüche fühlt sich das nun große Mädchen immer mit allem Wichtigen verbunden.